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Customer Journey, Customer Touch Points, Customer Experience, Customer Lifetime Value – der Kunde steht immer im Fokus. Jedes Unternehmen sollte über seine Kunden, ihre Bedürfnisse, Verhaltensweise und vieles mehr Bescheid wissen, um dauerhaft wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben. Speziell im E-Commerce Marketing im Endkundenbereich, wo der Wettbewerbs sehr hoch ist, ist die richtige Zielgruppenadressierung entscheidend für den Online Marketing Erfolg.
Trends im Konsumverhalten (B2C)
Die Coronakrise hat das Konsumentendenken sehr stark verändert. Dafür spricht die von Accenture seit dem Ausbruch der Pandemie geführte Reihe der Studien rund um Auswirkungen von COVID-19. Auch die Vebraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) kommt zu vergleichbaren Erkenntnissen.
Folgende Trends konnten identifiziert werden und werden auch „nach Coronakrise“ bei den Kaufentscheidungen eine Rolle spielen.
- #wirbleibenzuhause – Zuhause als Mittelpunkt des sozialen Lebens
Das eigene – oder ein anderes bekanntes – Zuhause (Familie und Freunde) wurde seit dem Lockdown zum Zentrum des sozialen Lebens und wird es lt. Accenture in den nächsten Monaten bleiben. Für die Händler aus solchen Branchen wie DIY, Unterhaltung oder auch Haus & Garten, die in den letzten Monaten besonders starke E-Commerce Umsätze ausweisen konnten, bleibt es weiterhin spannend.
- Etablierung des Online-Handels sowohl bei den Kunden als auch bei den Händlern
Die Coronakrise wird bereits als Katalysator der Digitalisierung genannt und bevh Studie verzeichnet die Etablierung von E-Commerce als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur. Den Zahlen zufolge ist der Online-Handel im 1. Halbjahr 2020 trotz Corona-bedingter Stagnation insgesamt um 9,2 % gewachsen. Die Händler, die bislang den E-Commerce als Absatzkanal noch eher stiefmütterlich behandelt haben, mussten sich nun in der Krise damit auseinandersetzen. Und auch danach wird sich der Umsatz sicherlich noch mehr in den Online-Handel verlagern. Denn jeder zweite von 2.500 Befragten (ebenfalls bevh) erklärte die Absicht, künftig auch grundsätzlich mehr online zu kaufen. Accenture prognostiziert speziell für die überzeugten Offline-Käufer und seltenen Online-Käufer eine Steigerung der Online-Käufe von 169 %.
- Die Zukunft gehört den regionalen und nachhaltigen Artikeln
In den letzten Monaten haben sich die Konsumenten scheinbar auch mit der etischen Seite ihrer Kaufentscheidungen auseinandergesetzt. Laut den Accenture Daten wurden lokale Geschäfte von 56 % der Konsumenten tatkräftig unterstützt. Spannend ist, dass 84 % dieser haben vor, auch künftig auf die Artikel regionaler Herkunft zurückzugreifen. 61 % der Befragten haben auch den zugegeben, verstärkt nachhaltige und umweltfreundlichere Einkäufe zu tätigen. 89 % davon haben vor, auch künftig so zu handeln.
Die persönlichen Werte finden sich ab sofort in den Kaufentscheidungen der Konsumenten wieder und so wird es auch bleiben.
Auswirkungen der Veränderungen in den Kaufprozessen auf die Werbetreibende
Auch wenn wir in einer hoffentlich nicht zu fernen Zukunft keine Angst um unsere Gesundheit und diese unserer Mitmenschen haben müssen und das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens sich von Zuhause nach „draußen“ (inkl. Cafés, Indoor-Aktivitäten, Veranstaltungen etc.) verlagert, werden die Einflüsse des Lockdowns auf die Kaufentscheidungen und Kaufprozesse bleiben.
Zukünftig überlebt derjenige, der nachhaltig und umweltbewusst handelt. Die regionalen Anbieter, die idealerweise auch nachhaltig und umweltfreundlich handeln, erhalten einen Vertrauensvorschuss – vorausgesetzt, diese sind in der digitalen Welt sichtbar und können ihren Kunden ein zeitgemäßes Online-Einkaufserlebnis bieten.
Dafür brauchen die E-Commerce-Händler funktionierende digitale Strategien. Dabei geht es auch nicht nur um die technische Seite des Online-Shops inkl. Usability, sondern auch um das richtige Online-Marketing-Mix.
SEO & SEA – Suchmaschinenmarketing ist heute wichtig wie noch nie
Es geht los mit der Auffindbarkeit des eigenen Online-Shops in den Suchmaschinen. Sicherlich ist es keine einfache Aufgabe, speziell organisch (unbezahlt) auf Google Seite 1 zu erscheinen, denn viele B2C-Branchen sind digital sehr gut besetzt. Vielen Unternehmen fehlen jedoch wichtige Grundlagen. Außerdem braucht man für erfolgreichen SEO eine richtige Keyword- und Contentstrategie.
Speziell im Bereich SEO-Content dürfte seine Bedeutung mittlerweile niemandem entgangen sein. Dabei soll dieser am besten alle Phasen der Customer-Journey abdecken. Während Lower Funnel Keywords auf die Transaktionen abzielen, sind das die Blogbeiträge und Ratgeber-Seiten, die den User in seiner Awareness und Consideration-Phase begleiten. Auch die Antworten auf die typischen W-Fragen tragen immer mehr zu einer positiven Customer-Experience bei.
Da Suchmaschinenoptimierung ihre Zeit braucht, empfiehlt sich, diese mithilfe der Google Ads zu unterstützen – zumindest für bestimmte Sortimentsteile Anzeigen zu schalten. Übrigens, mit Google CSS-Lösung können Sie die Shopping-Kampagnen recht effizient gestalten.
Plattformen und Marktplätze
Aber nicht nur auf Google wird es gesucht. Die Marktplätze und Preisssuchmaschinen haben schon immer eine Rolle gespielt. Amazon ist heute jedoch aus dem E-Commerce-Marketing nicht weg zu denken. Laut zahlreichen Studien ist der Marktplatz der absolute Gewinner der Coronakrise, was den Umsatz betrifft.
Bereits 2019 war Amazon in Deutschland für 48 % des Gesamtumsatzes des Online-Handels verantwortlich und hat somit sogar 2 % zum Vorjahr zugelegt. Amazon SEO hat sich mittlerweile als eigene Disziplin etabliert und auch im Bereich Conversion-Optimierung sowie Werbekampagnen bietet der Marktplatz Einiges an.
Wer ungerne seine Produkte auf Amazon anbieten möchte, kann auf weitere zahlreiche Plattformen wie eBay, real.de, Idealo und viele weitere zurückgreifen.
Social Commerce
Social Media zieht im E-Commerce-Bereich auch mit an und Social Shopping wird (vor allem für die Händler) immer wichtiger. In Facebook gibt es bereits seit langem die Möglichkeit einer Shop-Integration. Nun ist der „Instagram Shop“ auch in Deutschland seit wenigen Wochen verfügbar. Das neue Feature ist im Explore-Bereich direkt integriert und macht individuelle Vorschläge sowohl für die Shops, die einen interessieren können, als auch für die einzelnen Produkte. Darunter auch Angebote der Profile, welchen man auf Instagram folgt. Der User kann sich von den Vorschlägen inspirieren lassen und sich auch über die Preise informieren. Der Kaufabschluss findet jedoch nicht in der App, sondern im eigenen Online-Shop statt.
Auch, wenn Instagram [noch] eher ein PUSH-Kanal ist, werden durch den Reiter „Shop“ eher kaufbereite Zielgruppen angesprochen. Seien Sie dabei.
Videocontent in Social Media Marketing
Gerade in den sozialen Netzwerken, wo die Aufmerksamkeitsspanne der User sehr gering ist, eignet sich Video-Content sehr gut, um diese anzusprechen und zur Interaktion mit der eigenen Brand zu bringen.
YouTube, Facebook und Instagram bieten eine Vielzahl an Video-Formaten, die sowohl organisch veröffentlicht als auch über bezahlte Kampagnen an die relevanten Zielgruppen getragen werden können. Für E-Commerce Händler – eine tolle Möglichkeit, ihre Produkte richtig ins Szene zu setzen. Durch die eingebauten Analyse-Möglichkeiten lässt es sich auswerten, wie lange die User im Schnitt mit dem Video-Content interagiert haben, wie viel Prozent des Videos diese sich angesehen haben und somit die Qualität des Contents darauf basierend stets optimieren.
Was ist mit TikTok? Der Trend um die Kurzvideoplattform hält an. Mit dem Roll-Out der Werbemöglichkeiten in Deutschland wird TikTok in den nächsten Monaten eine neue Bedeutung für Werbetreibende gewinnen.
Datengetriebenes Advertising
Die Palette des digitalen Marketings ist sehr breit und lässt sich kaum in kurzer Zeit vollumfänglich beschreiben. Aber unabhängig davon, ob Sie sich für Google Ads, Social Media oder E-Mail-Marketing entscheiden – wir leben im Zeitalter der Daten. Diese müssen gesammelt, ausgewertet und für künftige digitalen Aktivitäten verwendet werden.
Mithilfe der Cookie Consent Management Tools wie Usercentrics steht die Datensammlung und Verwaltung auch im Einklang mit der DSGVO, was lt. den in WuV veröffentlichten Zahlen für viele Marketingentscheider eine große Hürde ist.
Auch wenn datengetriebenes Online-Marketing im 21. Jahrhundert für alle Unternehmen und Branchen ein MUSS ist, lässt sich im E-Commerce-Bereich die Auswirkung der Marketingmaßnahmen auf den Umsatz direkt messen.
Fazit
Auch wenn die Coronakrise massive Spuren hinterlassen hat, ermöglichen sich daraus ebenfalls Chancen für den B2C E-Commerce bzw. für die generelle Onlinepräsenz von Unternehmen. Wichtig ist hierbei, die Chancen zu ergreifen und umzusetzen, um digital gut positioniert und für etwaige Einbrüche des lokalen Handels zukünftig vorbereitet zu sein.
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