Kalter Traffic kennt dich nicht. Ein Angebot, das gegenüber Bestandskunden funktioniert, fällt dort oft durch - und ein Angebot, das kalt funktioniert, ist manchmal so aggressiv kalkuliert, dass jeder Verkauf Geld kostet. Der Cold-Friendly-Offer-Rechner zeigt dir für ein konkretes Angebot beides gleichzeitig: wie attraktiv es wirkt und was nach allen Kosten übrig bleibt.

Was ein „cold friendly“ Angebot ausmacht

Ein Angebot für kalten Traffic muss ohne Vorwissen überzeugen. Es hat eine niedrige Einstiegshürde, ein sofort erkennbares Wertversprechen und einen Preis, der die Entscheidung leicht macht. Der Hebel dafür ist selten der Rabatt allein - häufiger ist es das Verhältnis von wahrgenommenem Wert zum aufgerufenen Preis, also die Frage: Wofür bekomme ich hier wie viel?

Genau dieses Verhältnis rechnet das Tool aus. Neben dem Rabatt in Prozent bekommst du den Faktor Wert zu Preis. Ein Angebot mit 30 Prozent Rabatt kann schwächer wirken als eines mit 15 Prozent, wenn beim zweiten Bundle, Versand und Zugabe die wahrgenommene Leistung deutlich erhöhen.

Der zweite Teil: Trägt das Angebot?

Attraktivität ohne Kalkulation ist ein teurer Fehler. Deshalb rechnet das Tool parallel die vollständige Deckungsbeitragskette pro Verkauf: vom Nettoumsatz über den Rohertrag (DB1) und die variablen Kosten (DB2) bis nach Werbekosten (DB3). Dazu kommen die monatliche Hochrechnung - Verkäufe, Gewinn vor Steuern - sowie Break-even-ROAS und Ziel-ROAS.

Der Break-even-ROAS ist die Grenze, ab der das Angebot Geld verliert. Der Ziel-ROAS ist der Wert, den du brauchst, damit deine Wunschmarge übrig bleibt. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt dein Handlungsspielraum - und wenn dein realer Kampagnen-ROAS darunter liegt, ist nicht die Kampagne das Problem, sondern das Angebot.

So arbeitest du mit dem Rechner

Im ersten Block hinterlegst du regulären Verkaufspreis und Angebotspreis (jeweils brutto), deinen Einkaufspreis netto und den Mehrwertsteuersatz. Der zweite Block bildet Logistik und Zahlung ab: Was zahlt der Kunde für den Versand, was kostet er dich, was kostet die Verpackung, welche prozentuale und fixe Transaktionsgebühr fällt an, und mit welcher Retourenquote rechnest du.

Im dritten Block geht es um Skalierung: dein CPA, das monatliche Werbebudget, die organischen Verkäufe pro Monat, deine Ziel-Marge nach Werbekosten und die monatlichen Fixkosten. Ergebnis sind Rabatt, Wert-Preis-Faktor, die Deckungsbeitragskette pro Verkauf sowie die Monatsrechnung samt beider ROAS-Werte.

Worauf du achten solltest

Der Versanderlös ist eine echte Stellschraube. Versandkostenfreiheit ab einer Schwelle wirkt im kalten Traffic stark, kostet dich aber je Bestellung genau den Betrag, der oft über DB3 entscheidet.

Retouren gehören ins Angebot gerechnet, nicht danach. Ein Bundle mit Größenauswahl hat eine andere Retourenquote als ein Einzelartikel - wer die Quote des Gesamtshops einsetzt, rechnet sich das Angebot schön.

Organische Verkäufe nicht dem Angebot zuschlagen. Sie verbessern die Monatsrechnung, sagen aber nichts darüber, ob das Angebot im bezahlten Kanal trägt. Für die Entscheidung zählt DB3 pro bezahltem Verkauf.

Die Ergebnisse sind Orientierungswerte für deine Planung und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.

Welche Angebote im kalten Traffic funktionieren

Einstiegsprodukt statt Sortimentsbreite. Kalter Traffic entscheidet in Sekunden. Ein klar umrissenes Produkt mit erkennbarem Nutzen schlägt fast immer die Auswahlseite mit vierzig Artikeln.

Bundle statt Rabatt. Ein Set aus Haupt- und Ergänzungsprodukt hebt den wahrgenommenen Wert, ohne den Preisanker des Hauptprodukts zu beschädigen. Der Rabatt ist danach schwer zurückzunehmen, das Bundle lässt sich jederzeit anpassen.

Risikoumkehr statt Preissenkung. Verlängertes Rückgaberecht, Garantie oder eine Zufriedenheitszusage senken die gefühlte Hürde - und kosten oft weniger Marge als zwanzig Prozent Nachlass. Im Rechner bildest du das über die Retourenquote ab.

Versandschwelle statt Gratisversand. Versandkostenfreiheit ab einem Betrag knapp über dem üblichen Bestellwert hebt den Warenkorb, statt pauschal Marge zu kosten.

Rechenbeispiel

Die Voreinstellung des Rechners zeigt das Prinzip: Ein Produkt mit 79 € regulärem Preis wird für 49 € brutto angeboten - das sind 38 Prozent Rabatt bei einem Wert-Preis-Faktor von 1,61.

  • Nettoumsatz 41,18 € (49 € brutto abzüglich 19 % MwSt.)
  • abzüglich Einkauf 14,00 € = DB1 27,18 €
  • abzüglich Versand, Verpackung und Zahlungsgebühren = DB2 22,60 €
  • abzüglich Werbekosten = DB3 7,60 € je Verkauf
  • daraus: Break-even-ROAS 2,17 - Ziel-ROAS 2,98

Die Spanne zwischen beiden Werten ist der eigentliche Befund. Zwischen 2,17 und 2,98 verdient das Angebot Geld, erreicht aber die Wunschmarge nicht. Unter 2,17 kostet jeder zusätzliche Verkauf Geld - und zwar umso mehr, je besser die Kampagne skaliert.

Häufige Fragen

So hoch, dass DB3 positiv bleibt und deine Marke keinen Schaden nimmt. Die zweite Bedingung ist die härtere: Wer dauerhaft mit 40 Prozent wirbt, verschiebt den Referenzpreis im Kopf der Kundschaft und verkauft den Vollpreis nie wieder.

Weil kalter Traffic den regulären Preis nicht kennt. „30 Prozent reduziert“ ist ohne Referenz eine leere Aussage. Was zählt, ist der wahrgenommene Gegenwert - deshalb wirken Bundles und Zugaben dort stärker als reine Nachlässe.

Für die Monatsrechnung ja, für die Entscheidung über das Angebot nein. Organische Verkäufe verbessern das Gesamtergebnis, sagen aber nichts darüber, ob sich das Angebot im bezahlten Kanal trägt. Dafür zählt DB3 je bezahltem Verkauf.

Rechne mit dem oberen Ende der Spanne. Ein Angebot, das nur beim besten CPA des letzten Monats funktioniert, ist kein Angebot, sondern eine Wette.

Zahlen sind da - und jetzt?

Ein Rechner zeigt dir, wo du stehst. Was daraus folgt - welche Kampagnen du drosselst, welche Sortimente du nach vorne stellst, wo im Checkout Marge liegen bleibt - klären wir gern gemeinsam. Schreib uns über unser Kontaktformular, dann schauen wir uns deine Zahlen zusammen an.