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Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2015 und wurde im August 2026 vollständig überarbeitet. Zwei der drei damals empfohlenen Tools gibt es nicht mehr - und wichtiger noch: Die Rolle von Hashtags hat sich grundlegend verändert.
Was sich verändert hat: Hashtags sind kein Reichweiten-Hebel mehr
Die entscheidende Nachricht kommt von der Plattform selbst. Instagram-Chef Adam Mosseri hat öffentlich klargestellt, dass Hashtags die Reichweite eines Beitrags nicht mehr nennenswert erhöhen - sie sind bestenfalls ein zusätzliches Signal unter vielen. Im Dezember 2024 hatte Instagram bereits die Möglichkeit gestrichen, Hashtags zu folgen. Seither empfiehlt die Plattform ausdrücklich wenige, sehr passende Hashtags statt langer Listen.
An ihre Stelle sind Keywords getreten. Der Algorithmus wertet den Inhalt zunehmend semantisch aus: was in der Bildunterschrift steht, was im Alt-Text hinterlegt ist, was im gesprochenen Wort eines Reels vorkommt, was im Profiltext steht. Das ist im Kern dieselbe Logik, die wir aus der Suchmaschinenoptimierung kennen - und der Grund, warum sich Social Media und SEO inhaltlich immer weiter annähern.
Für die Toolauswahl hat das eine unbequeme Konsequenz: Werkzeuge, die vor allem Hashtag-Volumen gezählt haben, haben ihren wichtigsten Zweck verloren. Genau das erklärt, warum die Landschaft so stark ausgedünnt ist.
Was aus den Tools von 2015 geworden ist
Der Vollständigkeit halber, weil diese Namen noch durch viele Listenartikel geistern (Stand unserer Prüfung: 8. August 2026):
- Hashtagify - die Domain löst zwar noch auf, der Server antwortet aber nicht mehr. Das Tool ist praktisch verschwunden.
- TrendsMap - ebenfalls nicht mehr erreichbar.
- RiteTag - die Website ist weiterhin online und bietet Hashtag-Vorschläge auf Basis von Echtzeit-Engagement. Die kostenlose Nutzung ist inzwischen auf einen Testzeitraum beschränkt; prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter.
- Display Purposes - lange ein Klassiker für Instagram, heute ohne DNS-Eintrag und damit endgültig weg.
Diese Tools sind heute sinnvoll
TikTok Creative Center
Das mit Abstand nützlichste kostenlose Werkzeug in diesem Feld - und das einzige, das mit echten Plattformdaten arbeitet. Im Bereich „Trends“ siehst du aufsteigende Hashtags, Sounds, Creator und Anzeigenformate, filterbar nach Land, Branche und Zeitraum. Für die Recherche vor einer Kampagne ist das Gold wert, auch wenn du selbst gar nicht auf TikTok aktiv bist: Was dort trendet, erreicht Instagram Reels und YouTube Shorts meist mit wenigen Wochen Verzögerung.
Native Insights der Plattformen
Unterschätzt, aber die einzige Quelle mit Daten zu deinen Beiträgen. In den Instagram-Insights siehst du je Beitrag, wie viele Aufrufe aus Hashtags stammen - meist ein einstelliger Prozentsatz, was die Aussage von oben schlicht bestätigt. Genau diese Zahl solltest du kennen, bevor du Zeit in Hashtag-Recherche investierst.
Metricool
Planung, Auswertung und Hashtag-Vorschläge für Instagram, TikTok, LinkedIn, Facebook, YouTube und weitere Kanäle in einem Werkzeug. Die kostenlose Version reicht für einen Kanal und die Grundauswertung; ab mehreren Profilen wird es kostenpflichtig. Wir setzen Metricool auch selbst ein.
Swavy Hashtag Analyzer
Kostenloser Vorschlagsgenerator für Instagram, TikTok und YouTube Shorts. Du wählst Nische, Plattform und Ziel und bekommst eine überschaubare Liste mit grober Größenordnung je Hashtag und einer Einordnung, ob er wächst oder stabil ist. Für einen schnellen Startpunkt brauchbar - die Größenangaben sind Schätzwerte, keine Plattformdaten.

Brand24
Kein Hashtag-Generator, sondern Monitoring: Das Tool verfolgt, wo eine Marke oder ein Hashtag über Netzwerke hinweg erwähnt wird, samt geschätzter Reichweite, Tonalität und den reichweitenstärksten Profilen. Für Kampagnen- und Event-Hashtags ist das die richtige Kategorie. Kostenlos nur im Testzeitraum.
Exolyt
Spezialist für TikTok mit Account- und Video-Analysen, Hashtag-Trends und Wettbewerbsvergleich. Der kostenlose Funktionsumfang wurde in den vergangenen Jahren deutlich reduziert, für ernsthafte TikTok-Arbeit ist das Tool aber weiterhin einschlägig.
Google Trends
Wirkt an dieser Stelle deplatziert und ist trotzdem eines der wichtigsten Werkzeuge - weil die relevante Frage heute nicht mehr „welcher Hashtag?“ lautet, sondern „welcher Begriff?“. Google Trends zeigt dir saisonale Verläufe und regionale Unterschiede und liefert damit genau die Keywords, die in Caption, Alt-Text und Titel gehören.
So gehst du heute sinnvoll vor
Zuerst die Bildunterschrift, dann die Hashtags. Formuliere die ersten beiden Zeilen so, dass der zentrale Begriff wörtlich vorkommt - das ist inzwischen das stärkere Signal. Hashtags kommen danach, nicht andersherum.
Drei bis fünf statt dreißig. Wenige präzise Hashtags schlagen lange Listen. Ein sinnvoller Mix: ein breiter Themen-Hashtag, zwei bis drei spezifische Nischen-Hashtags und gegebenenfalls dein Marken- oder Kampagnen-Hashtag.
Keine Hashtag-Blöcke wiederverwenden. Der immer gleiche kopierte Block wirkt für die Plattform wie ein Automatismus und passt fast nie exakt zum einzelnen Beitrag.
Alt-Texte pflegen. Sie sind ein Zugänglichkeits-Merkmal und ein Rankingsignal - und werden in fast jedem Redaktionsplan vergessen.
Am eigenen Konto messen. Schau nach vier Wochen in die Insights: Wie viele Aufrufe kamen wirklich über Hashtags? Diese eine Zahl entscheidet, wie viel Aufwand das Thema bei dir verdient.
Häufige Fragen
Nein, aber sie sind vom Reichweiten-Werkzeug zum Einordnungs-Werkzeug geworden. Sie helfen der Plattform zu verstehen, worum es geht, und funktionieren weiterhin für Kampagnen, Events und Communities, in denen Menschen aktiv nach einem Begriff suchen. Was nicht mehr funktioniert, ist die Hoffnung, dreißig Hashtags würden einen mittelmäßigen Beitrag nach oben tragen.
Drei bis fünf, sofern sie wirklich passen. Instagram selbst empfiehlt inzwischen wenige und sehr relevante statt vieler generischer.
Auf LinkedIn haben Hashtags nie viel bewirkt und sind heute weitgehend bedeutungslos - dort zählen Verweildauer und frühe Interaktion. Auf TikTok haben sie noch etwas mehr Gewicht, vor allem für die thematische Zuordnung neuer Konten, aber auch dort entscheidet in erster Linie die Wiedergabezeit.
Für Hashtag-Vorschläge allein selten. Für Monitoring - also die Frage, wo über eine Marke gesprochen wird und mit welcher Tonalität - durchaus. Achte darauf, wofür du bezahlst: Das ist ein anderer Anwendungsfall.
Unterstützung bei Social Media und Content
Weitere kostenlose Werkzeuge findest du in unserer Übersicht der kostenlosen Tools. Wenn du deine Social-Media-Inhalte strategisch aufziehen möchtest, statt Hashtags zu sammeln, sprich uns über unser Kontaktformular an - oder sieh dir unsere Leistungen im Social-Media-Marketing an.




